28. Feb, 23:19 von Johannes Schencking

Schreiben der ARGE: "Befragung der ARGE-Mitglieder"

Arge 1860

Nach dem tragischen Absturz in den Amateurfußball im letzten Jahr, wollen wir in 2018 mit voller Kraft an der Rückkehr in den Profifußball mitwirken.

Zur Einstimmung wollen wir euch heute über folgende Themen berichten:

Verstärkung des Arge-Vorstands durch Franz Hell

Wie wir Euch schon in unserem vor Weihnachten übersandten Newsletter mitteilten, freuen wir uns, dass mit Franz Hell ein langjähriges Mitglied des TSV München von 1860 e.V. unser Führungsteam unterstützen wird.

Manche unserer Mitglieder haben dabei kritisiert, dass Franz Hell, der in diesem Jahr 65 Jahre alt wird, nicht gerade zu einer Verjüngung der Vorstandschaft beiträgt. Dies ist natürlich richtig. Dem steht jedoch seine langjährige Vereinsmitgliedschaft, u.a. fast 40 Jahre als Delegierter, sowie seine umfangreiche Erfahrung in Vereinsangelegenheiten gegenüber. UND: wir sind offen für junge, mutige und fähige Mitstreiter, die mit neuen Ideen die Arge und damit unseren TSV voranbringen.

Außendarstellung / Öffentlichkeitsarbeit

Für unsere Öffentlichkeitsarbeit und Außendarstellung konnten wir Sascha Üblacker
gewinnen.
Er ist 41 Jahre alt, Vater zweier Nachwuchslöwen und Lebensmitglied beim TSV.
Beruflich ist er seit 15 Jahren in der Nutzfahrzeugbranche im Vertrieb unterwegs.

Facebook und HP werden von ihm betreut. Schickt diesbezüglich sämtliche Beiträge
an ihn. E-Mails an info@arge-tsv1860.de bekommt er automatisch.

Beiträge für die Stadionzeitung nach wie vor an jutta.schnell@tsv1860.de

Vorsicht: Amateurfalle !

Wir möchten zukünftig stärker die Meinung der Fanbasis, der einzelnen Anhänger des TSV 1860, in unser Wirken mit einbeziehen. Deshalb haben wir uns entschlossen, in den kommenden Wochen eine Befragung unter allen Mitgliedern der Arge durchzuführen, aus der wir dann Rückschlüsse ziehen können, wohin der Weg des Vereins aus Sicht der Arge führen soll. Bei uns ist der Eindruck entstanden, dass die derzeitigen Vereinsverantwortlichen den zukünftigen Weg auf jeden Fall ohne die Mithilfe des Mehrheitsgesellschafters in der KGaA, Hasan Ismaik, gehen wollen. Die Fanvereinigung Pro1860, der die meisten der derzeitigen Vereinsverantwortlichen angehören, hat in ihrer Satzung festgehalten, dass man Wert darauf legt, dass 1860 ein bodenständiger Verein bleibt und seine Verwurzelung im Stadtteil Giesing heraushebt. Des Weiteren sieht diese Fanorganisation die Kommerzialisierung des Profifußballs kritisch und will – soweit möglich – negativen Auswüchsen entgegenwirken. Auch wenn wir hinsichtlich der Bodenständigkeit des Vereins derselben Meinung wie Pro1860 sind und auch wir dessen Verwurzelung durchaus in Giesing sehen, sehen wir als Euere Vertreter die Kommerzialisierung des Profifußballs bei weitem in einem anderen Licht:

Die in den letzten Wochen ans Licht der Öffentlichkeit gelangte Vorgehensweise der Politik der kleinen Nadelstiche durch Teile des Vereins kann von unserer Seite in keinem Fall mitgetragen werden.

Wir sorgen uns ernsthaft darum, dass 1860 in eine „Amateurfalle“ geraten könnte, aus der es ohne professionelle Bedingungen kein Entkommen mehr gibt. Nach unserer festen Überzeugung ist sportlicher Erfolg ohne finanzielle Hilfe von außen heute nicht mehr machbar. Das Überleben eines Vereins über einen begrenzten Zeitraum ist zwar durchaus möglich. Eine Rückkehr der Profis in die 2. Liga bzw. der Jugend in die Bundesliga ist ohne den Einsatz von finanziellen Mitteln nur schwerlich zu erreichen. Dass diese Mittel dann auch – im Gegensatz zu den vergangenen Jahren – sinnvoll eingesetzt werden müssen, versteht sich für uns von selbst. Wir haben das vollste Vertrauen in unseren Trainer Daniel Bierofka, der es auch in dieser Saison mit überschaubarem finanziellen Aufwand geschafft hat, eine schlagkräftige erfolgreiche junge Truppe zusammen zu stellen, die auf jeden Fall um den Aufstieg in die 3. Liga kämpfen wird. Um aber den Weg zurück in die zweite Liga zu finden, müssen Daniel Bierofka unserer Auffassung nach unbedingt die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Unser Ziel und wie wir hoffen und glauben, auch das Ziel eines Großteils unserer Mitglieder ist es, Spiele unserer Mannschaft baldmöglichst wieder im bezahlten Fußball, mindestens in der 2. Bundesliga zu sehen. 10 Jahre im Amateurbereich wie in den 80er-Jahren in der Bayernliga sollen sich nicht wiederholen. Darum sollten wir alle dafür kämpfen, dass unser Verein sich aus dieser Amateurfalle befreit und so bald wie möglich wieder Punktspiele gegen den Club, St. Pauli, Fortuna Düsseldorf, um nur einige Traditionsvereine zu nennen, bestreiten darf. Neben den fehlenden Mitteln, unserer Meinung nach dringend erforderlichen Verstärkung der Mannschaft, würde spätestens bei einem Aufstieg in die 2. Liga, vielleicht aber auch schon bei sogenannten „Problemspielen“ gegen andere Traditionsvereine in der 3. Liga das Problem der fehlenden Alternative zur derzeitigen Spielstätte akut werden. Um nachhaltig erfolgreich wirtschaften zu können, erscheint uns eine Kapazität von 12.500 bzw. nach dem geplanten Ausbau von 15.000 Zuschauern im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße ohne Möglichkeit der Vermarktung von Business-Seats einfach nicht für ausreichend. Der Münchner Oberbürgermeister Reiter hat erst kürzlich in einem Interview klar zum Ausdruck gebracht hat, dass es aus Bau- und Lärmvorschriften keinen großen Um- oder Neubau in Giesing geben wird.

Befragung der Arge-Mitglieder – Eure Meinung zählt

Die mit diesem Schreiben angekündigte Befragung über die weitere Ausrichtung der ARGE für die Zukunft werden wir in Kürze ausarbeiten. Die Befragung selbst werden bei den Regionsversammlungen auf die Tagesordnung setzen und abstimmen lassen. In den Protokollen wird das Ergebnis für jeden nachvollziehbar festgehalten. Ansonsten hoffen wir auf eine rege Beteiligung an unserer kommenden Befragung, um uns und auch Euch als ARGE-Mitgliedern ein möglichst repräsentatives und transparentes Bild über die Wünsche und Vorstellungen im Hinblick auf die künftigen Ziele der ARGE zu ermöglichen. Das Ziel ist dabei, die Reihen der ARGE wieder zu schließen, um künftig nach außen wieder eine Richtung zu vertreten und mit einer Sprache sprechen.

Wie ihr alle wisst, wurde die ARGE vor über 40 Jahren als Dachverband aller damaligen Fanclubs der Löwen mit dem Ziel gegründet, die Mannschaft zu unterstützen, um größtmöglichen sportlichen Erfolg erzielen zu können. In späteren Jahren hat sich der Vorstand der ARGE selbst auferlegt, beim TSV München von 1860 e.V. nicht mehr politisch tätig sein zu wollen. Nachdem es beim TSV München von 1860 e.V. aber insbesondere mit Pro1860 eine Fanorganisation gibt, die in den letzten Jahren mit ihren Mitgliedern sehr stark in das Vereinsgeschehen eingegriffen hat und auch immer noch eingreift, gilt es auch, diese früher einmal getroffene Entscheidung jetzt zu überdenken. In den Jahren seit der Gründung ist die Anzahl der unter dem Dachverband der ARGE organisierten Fanclubs auf derzeit höchsten Stand seit 1977 von offiziell 516 angewachsen. Anhand der vielen in den letzten Wochen geführten Gesprächen, Versammlungen und Telefonaten sind wir der festen Überzeugung, dass sich die Mehrzahl der ARGE-Mitglieder die Rückkehr in den Profibereich zum Ziel setzt.

In der anstehenden Befragung über die künftige Ausrichtung der ARGE erscheint uns insbesondere auch die Meinung der ARGE-Mitglieder zur derzeitigen Situation beim TSV München von 1860 e.V. für sehr wichtig. Dabei interessieren uns vor allem 2 Themen:

a) wie denken die ARGE-Mitglieder über die Notwendigkeit eines Investors im Profifußball
generell?

b) welche Stadionlösung soll der Verein für die angestrebte Rückkehr in den Profifußball
präferieren?

Des Weiteren werden wir euch in der anstehenden Befragung auch bitten, eure Meinung über das von beiden Seiten vergiftete Verhältnis zwischen den Verantwortlichen des e.V. und dem Investor, die damit im Zusammenhang stehende Nichtaufnahme von weiteren Darlehen sowie die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf den sportlichen Bereich abzugeben. Nach Auswertung der Fragebögen könnte es deshalb auch zu einer Neuausrichtung der ARGE, was die politische Einflussnahme auf den Verein betrifft, kommen.

Einmal Löwe, immer Löwe

Die Vorstandschaft der ARGE

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